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Heidi Hartmann verliert harten WM-Kampf

» 22.05.2007

gegen Karolina Lukasik nach Punkten

Heidi trifft Lukasik mit der linken Führungshand. Foto: Thomas Weber

Heidi musste sich am vergangenen Samstag in der Hamburger Color Line Arena der starken Polin Karolina Lukasik nach 10 spannenden Runden geschlagen geben.

Lukasik hatte von Beginn an ihre starke rechte Führungshand eingesetzt und ihre Reichweitenvorteile genutzt. Heidi hatte Probleme, die Distanz zur größeren Polin zu verkürzen, zumal diese als Rechtsauslegerin so weit mit ihrem rechten Bein vorne stand, dass Heidi mehrmals stolperte. Auch das Anzählen in der 9. Runde war die Folge eines Sturzes über das Bein und nicht die eines Schlages. Alexander Hartmann betreute gemeinsam mit Rainer Kersten Heidi in der Ringecke. In den Pausen gab er Tipps, appellierte an Heidis Schnelligkeit und Beinarbeit. Heidi lieferte einen mutigen Kampf und griff immer wieder an, um Lukasik mit der rechen Geraden zu treffen. Obwohl Heidi mit ihren geraden Schlägen gute Treffer setzen konnte, reichte es am Ende nicht für den Sieg. Alle drei Punktrichter sahen die Polin nach Punkten klar vorne und damit blieb sie Weltmeisterin im Junior-Weltergewicht – 70 kg (WIBF).

Obwohl die Boxerinnen bis 0:30 Uhr auf ihren Kampfbeginn warten mussten, zeigten sie eine hervorragende Leistung im Ring und die nervliche Anspannung des langen Wartens konnte man ihnen nicht ansehen. Ursprünglich sollte ihr WM-Kampf vor dem Hauptkampf von Jürgen Brähmer, der um 23:15 Uhr vom ZDF live übertragen werden sollte, beginnen. Nachdem man in den Kabinen der Frauen schon das Okay für den baldigen Einmarsch gegeben hatte, wurde kurzfristig vom ZDF umdisponiert und der Kampf wurde auf das Ende der Veranstaltung geschoben. Eine undankbare Situation für die Kämpferinnen und deren Teams und das Publikum. Den Hauptkampf sahen ca. 7000 Zuschauer, während der Frauenkampf nur noch das Fachpublikum und die Fans fesselte. Immerhin war die Stimmung der rund 3000 Zuschauer toll und die beiden Boxerinnen wurden 10 Runden lang angefeuert. Nachdem Heidis Fans „Heidi, Heidi“-Chöre von den Tribünen riefen, gruppierte sich auch eine kleinere Fan-Gemeinde für Lukasik. Fast 100 Vereinsmitglieder, Schüler, Freunde und Verwandte hatten Heidi nach Hamburg begleitet, um sie lautstark zu unterstützen.

Trotz der Niederlage bleibt Heidi Weltmeisterin in der niedrigeren Gewichtsklasse im Superweltergewicht (66,7 kg). Sie will sich noch nicht festlegen, wie es mit der boxerischen Karriere weitergehen soll. Heidi bereitet sich zunächst auf ihr Staatsexamen vor, das in der zweiten Jahreshälfte Priorität hat. Weiterhin hat Heidi zurzeit keinen Trainer an ihrer Seite, der sie optimal auf einen Kampf auf diesem hohen Niveau vorbereiten könnte.


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